BMBF-Arbeitsgruppe KontiKat

Zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität durch sozio-technische Vernetzung in Katastrophenlagen

Motivation

  • Problemfall: Ein Brand bei der Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom in Siegen am 21. Januar 2013 führte zum Aussetzen zahlreicher Kommunikationswege.
  • Motivation: Risiko von Infrastrukturschäden durch verschiedenste Ursachen: Technische Unfälle, Unwetter, Terrorismus und Cyberangriffe
  • Projektidee: Kontinuität als übergeordneter Theorierahmen für präventive, proaktive und reaktive Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes und der Katastrophenhilfe für Unternehmen.

Methodik

  • qualitative Fallstudien
  • (repräsentative) quantitative Studien
  • Social Media/
    Social Network Analyse,
  • partizipative Konzeptentwicklung, Prototyping,
  • Evaluationsstudien

Ziele

  • Theorie des Kontinuitätsmanagement in Bezug auf soziale (zivilgesellschaftliche) und ökonomische (betriebliche) Systeme
  • Empirische Ergebnisse zum Umgang mit Schadenslagen Technische Demonstratoren und Konzepte zur sozialen Vernetzung zwischen Bürgern, Behörden sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
  • Lehrkonzepte und Lehrbuch zur zivilen Sicherheit („Sicherheitskritische Mensch-Computer-Interaktion“, Springer Vieweg)

Zivilgesellschaftliche Kontinuität der Bevölkerung:

  • Annahme: Die Bevölkerung ist eine ausfallsichere Infrastruktur gewöhnt.
  • Problem: Tausende Telefonanschlüsse um Siegen waren tot, die Internetseiten von Behörden und Rettungsdiensten offline, der lokale Radiosender außer Betrieb. Die Facebook-Seite der Kreisleitstelle wurde auch von der Bevölkerung als Informationsquelle genutzt.
  • Fragestellung: Wie können sich Bürgerinnen und Bürger in Katastrophensituationen z.B. über soziale Medien vernetzen und Hilfe organisieren?
  • Ansatz: Die soziale Vernetzung ermöglicht der zivilen Bevölkerung den verbesserten Umgang mit derartigen Problemlagen.

Betriebliche Kontinuität der Unternehmen:

  • Annahme: Unternehmen sind von kontinuierlicher Versorgung mit Elektrizität und Telekommunikation abhängig.
  • Problem: Störungen im Kundenkontakt (77%) und internen betrieblichen Abläufen (40%), Schäden im zweistelligen Millionenbereich (IHK Siegen, 2013).
  • Fragestellung: Wie können sich Unternehmen vernetzen und in Notlagen gegenseitig unterstützen?
  • Ansatz: Kooperation und Vernetzung mit anderen Unternehmen kann entscheidend zur betrieblichen Kontinuität und zur Katastrophen-Resilienz beitragen.

Ansprechpartner:
Dr. Christian Reuter
Arbeitsgruppenleiter
christian.reuter@uni-siegen.de

Dr. Christian Reuter

„Das BMBF fördert zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses Arbeitsgruppen, die unter Leitung eines Arbeitsgruppenleiters unabhängig und interdisziplinär relevante Fragestellungen der Sicherheitsforschung bearbeiten.“

Projektname: Zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität
durch sozio-technische Vernetzung in Katastrophenlagen (KontiKat)
Schlüsselwörter: Resilienz, Kontinuität, Soziale Netzwerke, Soziale
Medien, Katastrophenlagen, Betriebliches Kontinuitätsmanagement,
Selbstorganisation, Terrorismus, Fake News, Krisenkommunikation
Förderung: Programm „Zivile Sicherheit –
Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau“
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) –
eine von fünf Forschergruppen in ganz Deutschland.
Förderkennzeichen: 13N14351
Laufzeit: 06.2017 – 05.2021
Arbeitsgruppenleiter: Dr. Christian Reuter, Universität Siegen
Projektträger: VDI Technologiezentrum GmbH, Dr.-Ing. Karin Reichel